News
Ausblick: Schwächere Eröffnung erwartet Finanzen.net
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Gestützt auf gute Vorgaben aus New York und positiv aufgenommene US-Konjunkturdaten hat der deutsche Aktienmarkt gestern Nachmittag noch einmal Fahrt aufgenommen. Für den DAX ging es unter dünnen Umsätzen am Ende um 1,11 Prozent auf 5.107,26 Indexpunkte nach oben. Der MDAX gewann gleichzeitig 1,28 Prozent auf 5.962,48 Zähler. Der SDAX konnte 0,52 Prozent zulegen auf 3.000,79 Punkte. Beim TecDAX war ein Plus von 2,36 Prozent auf 660,10 Zähler auszumachen. Wie das Institut für Weltwirtschaft (IfW) mitteilte, ist die Weltproduktion - nach dem massiven Einbruch im Herbst 2008 - im ersten Quartal 2009 nochmals sehr kräftig geschrumpft. Inzwischen deute vieles darauf hin, dass sich die Weltkonjunktur im Sommerhalbjahr 2009 fängt. Wie das IfW weiter bekannt gab, hat sich die Konjunktur in Deutschland zur Jahresmitte 2009 annähernd stabilisiert. Gleichwohl sei die Rezession keineswegs überwunden.
Laut Angaben des US-Arbeitsministeriums hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA in der Vorwoche verbessert. Demnach sank die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 24.000 auf 601.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Abnahme auf 615.000 prognostiziert hatten. Gleichzeitig hat sich der Einzelhandelsumsatz in den USA im Mai erhöht. Wie das US-Handelsministerium erklärte, erhöhten sich die Umsatzerlöse auf Monatssicht wie von Volkswirten erwartet um 0,5 Prozent. Bereinigt um die schwankungsintensiven Umsätze der Automobilbranche stiegen die Umsätze gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent. Experten waren lediglich von einem Umsatzplus von 0,2 Prozent ausgegangen. Außerdem wiesen die Lagerbestände in den US-amerikanischen Industrie- und Handelsunternehmen im April einen unerwartet starken Rückgang aus. Zum Xetra-Schluss lagen die US-Börsen dann auch allesamt mit recht deutlichen Aufschlägen im Handel.
Die Nachrichtenlage war am Fronleichnam-Feiertag äußerst dünn. Die Anleger folgten einer positiven Studie der US-Bank Merrill Lynch zu MAN und verhalfen dem Wert zu einem satten Plus von 6 Prozent. Dahinter legten die Hannover Rück 3,8 Prozent und Daimler 2,7 Prozent zu. Die Aktie der Deutschen Börse profitierte von einer positiven Analystenstudie und schloss mit 2,4 Prozent im Plus. Zudem hat der Börsenbetreiber die Geschäftszahlen von Clearstream für den Monat Mai auf den Tisch gelegt. Demnach lag der Wert des im Kundenauftrag verwahrten Vermögens mit 10,2 Bio. Euro den zweiten Monat in Folge über der Marke von 10 Bio. Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 6 Prozent zum Vorjahresmonat. Die Aktie der Deutschen Lufthansa verlor an letzter Stelle 1,7 Prozent. Fresenius kamen daneben um 1,5 Prozent und Beiersdorf um 1,1 Prozent zurück.
Die im MDAX gelistete Aktie des insolventen Touristik- und Handelskonzerns Arcandor lag gestern Morgen zeitweise mit mehr als 12 Prozent vorne. Letztendlich schlug ein Minus von gut 4 Prozent zu Buche. Presseangeben zufolge hat Kaufhof, die Tochter des Handelsriesen METRO (+1,6 Prozent), Arcandor angeboten, die abgebrochenen Gespräche über die Bildung einer Deutschen Warenhaus AG auch kurzfristig wieder aufzunehmen, um möglichst viele Warenhäuser des Konkurrenten Karstadt und damit Arbeitsplätze zu retten. Einem weiteren Bericht zufolge ist ein schneller Verkauf der Arcandor-Touristiktochter Thomas Cook unwahrscheinlich. Demnach sei derzeit nicht einmal klar, wer das Aktienpaket veräußern darf. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg wolle das Pfandrecht von Arcandors Bankenkonsortium nicht ohne Weiteres akzeptieren.
Im TecDAX konnten gestern Solarwerte deutliche Gewinne verbuchen. SOLON sprangen an der Indexspitze um 13,2 Prozent. Daneben zogen unter anderem centrotherm um 9,8 Prozent, Roth & Rau um 8,7 Prozent, Q-Cells um 5,5 Prozent und Phoenix Solar um 3,4 Prozent an. Verstärkt gesucht waren zudem Infineon mit +4,4 Prozent und Nordex mit +5 Prozent. Conergy verloren dagegen als Schlusslicht 4 Prozent.
Asiatische und US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Donnerstag mit Gewinnen. Während der Dow Jones mit 8.770,92 Punkten um 0,37 Prozent zunahm, zog die NASDAQ um 0,50 Prozent auf 1.862,37 Zähler an. Der S&P 500 kletterte um 0,61 Prozent und schloss bei 944,89 Zählern. Die Futures notieren derzeit im Plus. So tendiert der Dow Jones Future bei 8.715,00 Punkten (+16,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.493,00 Punkten (+2,00 Punkte) und der S&P Future bei 939,50 Zählern (+1,30 Punkte).
Die größten Börsen in Asien entwickeln sich heute infolge der guten Vorgaben der US-Börsen mehrheitlich stärker. Nach der negativen Entwicklung des vorangegangenen Handelstages notiert der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Plus von 1,55 Prozent bei 10.135,82 Punkten.
In China zeigen die Aktienmärkte unterschiedliche Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 1,24 Prozent im Plus bei 19.024,43 Punkten, wogegen der Shanghai Composite um 1,29 Prozent nachgibt auf 2.761,10 Punkte.
Der Markt heute:
Der Bund Future steigt bisher um 0,16 Prozent auf 118,37 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Verlusten starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 5.100 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 5.101,50 Zählern (+0,3 Prozent).
In Deutschland stehen heute die Großhandelspreise zur Veröffentlichung an. Ferner wird in Frankreich die Inflation und Leistungsbilanz sowie in der EU die Industrieproduktion bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Außenhandelspreise und Verbraucherstimmung gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Flughafen Zürich AG und Patheon Inc. an.
Wichtige Meldungen:
Aktuellen Presseberichten zufolge will der insolvente Handels- und Touristikkonzern Arcandor AG (ISIN DE0006275001/ WKN 627500) wieder mit dem Handelsriesen METRO AG (ISIN DE0007257503/ WKN 725750) verhandeln.
Aktuellen Presseberichten zufolge lehnt SPD-Chef Franz Müntefering Staatshilfen für den Sportwagenbauer Porsche Automobil Holding SE (ISIN DE000PAH0038/ WKN PAH003) ab, obwohl die Stuttgarter bei der Suche nach dringend benötigtem Geld auf den Steuerzahler setzen.
Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing Co. (ISIN US0970231058/ WKN 850471) hat am Donnerstag seinen Ausblick für die globale Flugzeugnachfrage gesenkt.
Aktuellen Presseberichten zufolge will sich Großbritannien stärker um die Rettung der europäischen Produktionsstätten des insolventen US-Automobilherstellers General Motors Corp. (GM) (ISIN US3704421052/ WKN 850000) bemühen. (12.06.2009/ac/n/m) Diese Seite drucken Quelle: Finanzen.net 12.06.2009 08:37:00
|