den bevorstehenden Kurseinbruch bei siemens bei der Bilanzpresentation.
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DJ AUSBLICK/Analysten erwarten nach 3Q-Zahlen Druck auf Siemens VWD
§ Von Matthias Karpstein und Philipp Grontzki DOW JONES NEWSWIRES
MÜNCHEN (Dow Jones)--Der Mischkonzern Siemens gerät nach Einschätzungen von Analysten immer stärker unter Druck, der anhaltenden Nachfrageflaute mit weiteren Einsparungen zu begegnen. Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres sind Auftragseingang, Umsatz und operativer Gewinn im Kerngeschäft verglichen zum Vorquartal gesunken. Besserung ist nicht in Sicht, wie der DAX-Konzern bereits in der vergangenen Woche mitgeteilt hat. Zwar gibt sich Siemens kämpferisch, weitgehend mit Kurzarbeit durch die Krise zu kommen, Analysten sehen dies aber mit wachsender Skepsis.
"Siemens könnte einen weiteren Restrukturierungsplan mit den Zahlen für das Gesamtjahr im Dezember vorlegen", schreibt Deutsche-Bank-Analyst Peter Reilly in einer Analyse. Im vergangenen Jahr hatte das DAX-Unternehmen bereits erklärt, im Zuge der geplanten Senkung der allgemeinen Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie weiterer Restrukturierungsmaßnahmen weltweit insgesamt 16.750 Stellen abzubauen.
Dass Siemens vor weiteren Maßnahmen zur Krisenbewältigung steht, lassen auch die jüngsten Äußerungen von Finanzvorstand Joe Kaeser erahnen. "Wir haben schon im Januar 2009 darauf hingewiesen, dass das Geschäftsjahr 2010 Herausforderungen mit sich bringen wird", hatte Kaeser am Mittwoch vergangener Woche gesagt.
Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass sich Siemens bereits am Donnerstag bei Vorlage der detaillierten Drittquartalszahlen zum Geschäftsjahr 2009/10 äußern wird, das mit dem 30. September endet. Siemens hatte bereits darauf verwiesen, dass hier Anfang Dezember im Rahmen der Jahresbilanzvorlage konkrete Aussagen zu erwarten sind.
Zuletzt hatte sich zumindest noch das langzyklische Energiegeschäft positiv entwickelt und im zweiten Quartal per Ende März zweistellige Wachstumsraten gezeigt, während das Ergebnis im Industriesektor um 29% eingebrochen ist. Die Erwartungen an Neuaufträge im Energiesektor dämpfte der Siemens-Finanzvorstand allerdings bereits. Kaeser geht davon aus, dass das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz im ersten Halbjahr des kommenden Geschäftsjahres unter eins fallen wird. Bereits im zweiten Quartal hatten Kunden potenzielle Energieprojekte verschoben.
BHF-Bank-Analyst Jochen Klusmann geht davon aus, "dass Siemens seine Kostenreduzierung in den kommenden Quartalen dramatisch wird beschleunigen müssen". Dazu erwartet er bei Vorlage der Drittquartalszahlen erste Hinweise.
Noch will Siemens die Nachfrageflaute weitgehend mit Kurzarbeit überbrücken. Er glaube, dass er "das bis zum Aufschwung im kurzzyklischen Geschäft weitgehend aufrecht erhalten" könne, sagte Finanzvorstand Kaeser. Diesen Aufschwung erwartet Siemens weiterhin für das zweite Halbjahr des kommenden Geschäftsjahrs 2009/2010.
Im dritten Quartal wird der Nachfrageeinbruch deutliche Spuren im Auftragseingang hinterlassen. Von Dow Jones befragte Analysten erwarten im Schnitt einen Rückgang um 17,5%.
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