Meyer Burger Technology AG nach Fusion mit 3S

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neuester Beitrag: 10.07.20 18:45
eröffnet am: 19.01.10 11:52 von: Palaimon Anzahl Beiträge: 2747
neuester Beitrag: 10.07.20 18:45 von: Kubaner78 Leser gesamt: 795298
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19.01.10 11:52
28

5925 Postings, 4521 Tage PalaimonMeyer Burger Technology AG nach Fusion mit 3S

Da am 18. Januar 2010 die Fusion mit der 3S Industries und der damit einhergehende Aktiensplit 1:10 vollzogen und außerdem eine neue WKN zugeteilt wurde (WKN: A0YJZX ISIN: CH0108503795), muss ein neuer Thread her.

Nach 4 Jahren Anteilseigner der 3S, die gerade in der letzten Zeit große Freude bereitet hat, hoffe ich auf einen weiterhin so positiven Verlauf meiner neuen Aktie.

Kurs heute

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     Brief     19,14            11:46:04§250 Stk.
-----------
An der Börse ist alles möglich, auch das Gegenteil.  
André Kostolany

MfG
Palaimon
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07.07.20 08:17

163 Postings, 370 Tage LongOnly01PV Limmernsee Volltext

Olten (energate) - Die Technischen Betriebe Glarus Süd (TBGS) haben mit dem Projekt "Solar Glaronensis" grosse Pläne für den Kanton Glarus. Erstens möchte der Versorger den PV-Hersteller Meyer Burger dazu bewegen, in Linthal eine Modul-Produktionsstätte zu errichten. Und zweitens schmiedet das Unternehmen Pläne für eine gigantische, schwimmende PV-Anlage auf dem Limmernsee. Dies geht aus einer Präsentation hervor, die die TBGS energate auf Nachfrage zur Verfügung gestellt haben. Wie dieser zu entnehmen ist, sieht die Projektidee der TBGS konkret vor, dass Meyer Burger in Linthal (GL) eine Produktionsstätte mit einer Kapazität 400 MW aufbaut. Das Werk soll rund 100 Mitarbeiter im Drei-Schicht-Betrieb beschäftigen und circa 40 Mio. Franken kosten.

Den Standort Linthal bewirbt der Versorger in seiner Projektideepräsentation unter anderem mit einem Bahnanschluss für Cargo, verfügbarem Bauland und einer günstigen Energieversorgung durch die TBGS. Ausschlaggebend wäre aber "ein Grossprojekt für eine Solaranlage in der Nähe", heisst es. Und hiermit ist die erwähnte schwimmende Solaranlage auf dem Limmernsee gemeint.

Solarstrom für bis zu 100.000 Haushalte

Die Solaranlage auf dem Limmernsee soll eine Jahresproduktion von 300 Mio. kWh haben und damit den Bedarf von 75.000 bis 100.000 Schweizer Vier-Personen-Haushalten decken. Angesichts der Dimension der angedachten Anlage ist es denn auch nicht verwunderlich, dass die TBGS für sich selbst eher eine kleine Beteiligung anvisiert und einen Realisator oder Realisatoren für die Projektidee sucht. Direkt ins Spiel bringt der Versorger dabei die Axpo und die SN Energie. Die Axpo habe ein klares Bekenntnis zur Photovoltaik getätigt und die SN Energie müsse noch einen Atomstromanteil von über 50 Prozent an ihrem Portfolio ersetzen, so die TBGS über die beiden Energieversorger.

Meyer Burger und Axpo nicht abgeneigt

Auf das Projekt "Solar Glaronensis" angesprochen, zeigten sich sowohl Meyer Burger als auch die Axpo nicht abgeneigt. "Meyer Burger ist grundsätzlich interessiert. Es gab erste Gespräche mit Projektbeteiligten, es bestehen indessen noch keine konkreten Pläne und auch kein Entscheid für den Aufbau eines Produktionsstandorts in Linthal seitens Meyer Burger", so das Solarunternehmen gegenüber energate. Meyer Burger betonte dabei ausdrücklich, dass die Ideen aus Glarus stammen würden. Axpo wiederum liess verlauten, man wisse um das Projekt. "Wir beobachten den Markt und evaluieren systematisch das Potential für PV-Projekte", schreibt der Energieversorger weiter.
Doch lässt sich ein derartiges Projekt politisch und technisch überhaupt umsetzen? Der Limmernsee habe keine beschwerdeberechtigten Anrainer und mit dem Schutz des Wassers vor Verdunstung und der Produktion von wertvollem Winterstrom habe man "gewichtige ökologische Argumente", schreibt die TBGS zu diesem Aspekt. Und zu den technischen Fragen wie Korrosion, Dynamik, Wetter, oder Vereisung - die Anlage läge auf rund 1.700 Meter über Meer - heisst es, alles sei lösbar. Konkret sei dies aber nun in einer einzusetzenden Arbeitsgruppe zu prüfen. /mg  

09.07.20 12:14

1031 Postings, 2097 Tage Quovadis777Es sind nicht alle überzeugt:

09.07.20 12:39

1031 Postings, 2097 Tage Quovadis777Was passiert eigentlich,

wenn die KE nicht funktioniert?
Gehen dann zeitnah die Lichter aus? Vermutlich ja, oder gibt es da zwei Meinungen?
 

09.07.20 13:04

163 Postings, 370 Tage LongOnly01@Quovadis

im Jahr 2016 war es aehnlich. allerdings gab es damals nur 30 % underwriting. Am 19. Juni waren es bereits 40 %. Ich gehe davon aus dass diesmal 50 % oder mehr underwriting vorhanden sein werden. angesichts eines Kursanstieges von 70 % seit Ankuendigung halte ich ein Scheitern fuer ausgeschlossen.  

09.07.20 19:37

96 Postings, 280 Tage Kubaner78ganz frisch...

09.07.20 22:40

636 Postings, 502 Tage setb2609immobilien

so - die 14000m² lagerhalle in freiberg dürfte diese hier sein :

https://www.ibfeldt.de/Immobiliensuche/112842437

angepriesen hier für 4.19mio inlsive 7.4ha grundstück (wofür man die auch immer braucht)

bei der 19000m² halle würde ich meinen, dass es sich um die ehemalige solarfactory III handelt.

sieht man das andere hallen von solarworld auch noch angeboten werden :

https://www.ibfeldt.de/Immobiliensuche/...amp;realestatetype=industry

7300m² für 1.5mio

https://www.ibfeldt.de/Immobiliensuche/...amp;realestatetype=industry

6257m² für 1.2mio

dann könnte man zu dem schluss kommen, dass mbt für beide hallen im paket deutlich unter 10mio ? hinlegen dürfte - ich könnte mir vorstellen ggf. am ende eher einen mittleren 7 stelligen betrag ...

so wie ich das verstehe ist die 600MW produktionslinie der solarfactory II inkludiert - da die ihre anfänge in 2011 hat würde ich meinen, dass man dafür keinen aufpreis - eher einen abschlag gezahlt hat - da ein anderer käufer das ganze hätte ausbauen müssen.

so wie ich das verstehe wird die anlage dann durch effizientere zellen und mit smartwire aufgerüstet - das dürfte dann wohl kaum mehr als eine neuinstallation kosten, die ich bei 0.02usd/wp - ergo bei 800MW bei ca. 15mio ? sehen würde - da hier vorhandenes euipment genutzt werden kann wohl eher um 10mio ...

gesamtaufwand könnte man also mit 20mio ? ansetzen ...

andere meinungen ...

die halle von sovello wird gemietet und in anbetracht des langen leerstands :

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/...-mitarbeitern-11862827.html

https://www.mz-web.de/bitterfeld/...ich-noch-auf-geld-hoffen-28238850

sollte es da wohl recht verträgliche mietkonditionen geben - deutlich unter 5?/qm - belastung von (<) 1mio/anno ?

wenn das so realisisch ist, dann bleiben als wesentliche capex-anteile die hjt linien - 1GW wird mit 70mio angetzt (die 400MW die in diesem jahr noch gestellt werden - sind das noch capex aus der ke oder kommen die aus dem lagerbetsand von 40+mio ?) - dazu kommen dann nochmal um die 50mio an externem equipment - wenn ich das richtig aus der präsi herauslese :

https://www.meyerburger.com/fileadmin/user_upload/...talerhoehung.pdf

dabei sind die 70mio pro GW at arms length gerechnet - sprich da sollte sich mbt selbst eine marge zahlen - ist also nicht nur mat-kosten - sagen wird 30mio davon sind für personal - das deckt dann in etwas die hälfte der personalkosten+opex in 2021 - daran ist dann auch abzulesen, warum die jungs hackengas geben sollten ...

dann liegen wir bei 20+70+50*140mio -> von den restlichen 10-25mio dann umlaufkapital :

- wafer bei longi M&/175um (allerdings P-Type) liegen bei 0.328usd/

https://en.longi-silicon.com/...amp;c=index&a=lists&catid=299

ich bin der meinung irgendwo mal gehört zu haben, dass ntype ggf. 5% mehrkosten hat (einfach wegen angebot) - also 0.344usd/wafer - pro wafer schafft mbt bei den angegeben 388W auf M6 in der präsi 6.47wp - sprich :  5.3 us cent/wp - wenn sie also hier ein umlaufkapital von 3 monaten fixieren dann sind das bei 1.4 GW 18.5mio

- für glas und andere komponenten könnt ihr die rechnung selbst fortsetzen - würde meinen, dass man hier auf ein umlaufkapital - von 50-75 mio kommen könnte - wie gesagt - bei 1.4GW zelle und 800MW modul - die hälfte bis ein drittel könnte somit aus der ke kommen ...

 

10.07.20 06:46
2

163 Postings, 370 Tage LongOnly01KE Details- ziemlich gut abgesichert durch backsto

shorts aufgepasst!

https://www.meyerburger.com/de/unternehmen/...agten-kapitalerhoehung/

50,2 Mio PIPE + 60 Mio underwriting = 110,2 Mio vorab verpflichtet. es fehlen also nur 39,8 mio um die KE sicher durchgehen zu lassen. Die Verpflichtungen sind ca 3,5 x so viele wie bei KE 2016. Die KE geht meiner meinung nach durch bei Variante I. Die bezugsrechtsemission ist 114,5 mio, wovon aber ein massiver Teil durch Backstop (60 mio) abgesichert ist.  

10.07.20 06:55
1

7015 Postings, 3841 Tage paioneerdetails ke...

Meyer Burger Technology AG (SIX: MBTN) veröffentlicht heute die finalen Bedingungen für die geplante ordentliche Kapitalerhöhung mit angestrebtem Bruttoerlös von CHF 165 Millionen, die der heutigen ausserordentlichen Generalversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt wird. Der Handel in Aktien der Mey ...
 

10.07.20 06:56

7015 Postings, 3841 Tage paioneerdoppelt hält besser...;-))

10.07.20 10:19
1

7015 Postings, 3841 Tage paioneerbezugspreis 0.09???

erschliesst sich mir nicht ganz. müssen die wirklich derart tief stapeln, um die ke erfolgreich zu realisieren?

mit den sicherheiten (backstop) eigentlich nicht...oder?  

10.07.20 11:17

3794 Postings, 3131 Tage einstegerAlso 0,09 finde ich auch

10.07.20 12:43
1

163 Postings, 370 Tage LongOnly01@paioneer & Einsteger

0,09 ist ca ein marktueblicher Diskont von 35 % zum gestrigen Kurs normalisiert um die neue Aktienanzahl. Ihr vergesst, den Preis um die neue Aktienanzahl zu normalisieren.  

10.07.20 13:38
1

301 Postings, 526 Tage maladez@einsteiger

Das ist vollkommen normal und wird bei jeder Kapitalerhöhung so gehandhabt. Dafür gibt es ja das Bezugsrecht. Das hat einen Wert und ermöglicht die Teilnahme an der KE bzw. kann verkauft werden.

Was mich überzeugt, dass es schon so viele verbindliche Zusagen gibt. Mit den 110 Mio. CHF PIPE und Backstop sollte die KE sicher durchgehen.

Auch bin ich fasziniert von der hohen Umsetzungsgeschwindigkeit des Teams. Erst kürzlich wurde die Strategie präsentiert, jetzt hat man sich schon zwei existierende Produktionsstandorte gesichert. Das spart Geld und Zeit! Auch soll es in Ostdeutschland viele qualifizierte Mitarbeiter zu tiefen Lohnkosten geben.

Wenn es in dem Tempo weiter geht, startet die Produktion wirklich im 1. Halbjahr. Man merkt dass das neue Team für die Sache brennt. Anders als Ankündigungsweltmeister und Luftschlossbesitzer Brändle. Der war nur an seinem Bonus interessiert und wollte an sich die Hände mit Arbeit schmutzig zu machen lieber alles an REC schieben.

Mensch bin ich froh, dass diese Leute weg sind!!!  

10.07.20 14:07

162 Postings, 4504 Tage mesuetheise.de: Renaissance der Solarindustrie in D

... auch die Kommentare (Einzelmeinungen, am Ende des Artikels) hierzu evtl. interessant. Bin da selbst "zu weit weg" vom Thema und der Technik ...
Solaranlagen können beim Erreichen der Klimaziele hilfreich sein. Nun deutet sich eine Renaissance der Solarindustrie in Deutschland an.
 

10.07.20 14:14
1

163 Postings, 370 Tage LongOnly01@Mesuet

Es gibt da viele Besserwisser in den Kommentarspalten so wie auch manche Besserwisser bei den journalisten die Dinge sagen ohne sich mit Fakten auseinanderzusetzen. Weiters gibt es viele Trolle von Konkurrenten, die vorher Kunden von MB waren.. denen gefaellt das was MB macht ueberhaupt nicht. Damit muss man leben. Die jubeln dann und ?werden es dann schon immer gewusst haben? wenn MB 3 Milliarden Marktkapitalisierung hat  

10.07.20 14:43

3794 Postings, 3131 Tage einstegerLongOnly01 & Maladez

Danke für ausführliche Erklärungen  ))

Maladez, du bist in dem Fall wirklich ein "Molodez" (so wird es in russisch richtig geschrieben)
;)  

10.07.20 14:43

7015 Postings, 3841 Tage paioneerlong: ich finde den abschlag absolut nicht normal

ein discount von 35% ist marktüblich, korrekt, dass wären dann aber 0.18 gewesen. bei einer neuen gesamtzahl von ca. 2.5 milliarden aktien und einem kurs von 0.5 kämen wir dann auf eine mk von 1.25 milliarden. da ist das kurspotential in den nächsten jahren extrem begrenzt...

ich verstehe es ehrlich gesagt nicht, aber egal. hauptsache das vorhaben gelingt...  

10.07.20 14:45

3794 Postings, 3131 Tage einstegerDem Nandel-Star nach, scheinen diese KE-Details

Investoren "zu schmecken"  ))  

10.07.20 14:45

3794 Postings, 3131 Tage einsteger...Handel-Start

10.07.20 14:47
1

163 Postings, 370 Tage LongOnly01@Paioneer

Du vergleichst Aepfel mit Maronen. Die 18 von demnen Du sprichst basieren auf alter Aktienanzahl. Ein schlauer hat im cash forum was schlaues gepostet, das kommt ungefaehr hin:

TERP (Theoretischer Ex Rechte Preis ) = 14,14 Rappen , davon der marktuebliche Diskont ergibt 9 Rappen Bezugspreis. Bezugsverhaeltnis: 13 : 7, also 13 neue Aktien fuer 7 alte Aktien, dh ca 1,85 fuer die Bezugsrechtsemission von 115 mio chf. dh etwas weniger als 1:2    

10.07.20 17:00

96 Postings, 280 Tage Kubaner78Aus der FuW

Meyer Burger in Minne

Analyse | An der ausserordentlichen Generalversammlung stimmten die Aktionäre einer weiteren Kapitalerhöhung zu.

SYLVIANE CHASSOT

Der Solarzulieferer will bis zu 1,83 Mrd. Aktien zu je 9 Rappen ausgeben. (Bild: KEYSTONE/Peter Schneider)

Das Ergebnis war absehbar: Die Aktionäre von Meyer Burger (MBTN 0.2892 3.51%) haben der Kapitalerhöhung an der ausserordentlichen Generalversammlung (a.o. GV) grünes Licht gegeben. Stimmrechtsberater hatten das Anliegen unterstützt, Studien der UBS (UBSG 11.11 1%) und des Analysehauses Research Partners kamen zu wohlwollenden Urteilen der neuen Strategie, die Meyer Burger mit dem frischen Geld umsetzen will. Mindestens 150 Mio. Fr. soll die Kapitalerhöhung einbringen. Das Geld wird in den Aufbau einer Produktion von Solarzellen und -modulen fliessen. Bisher hat Meyer Burger Maschinen für diese Produktion geliefert, nun wird sie zur eigenen Kundin.

Auch Sentis unterstützte die Kapitalerhöhung vehement, drängte der einst aktivistisch agierende Ankeraktionär doch schon 2018 auf den Einstieg in die Zellproduktion. Nun sitzt Sentis-Vertreter Mark Kerekes im Verwaltungsrat von Meyer Burger und sah zufrieden aus, nachdem die Geldspritze mit 81,4% Ja-Stimmen durchgewinkt worden war. Insgesamt umfasst das Aktionariat von Meyer Burger weit über 10?000 Personen. Von ihnen waren an diesem Freitag im Kongresszentrum in Thun nur wenige vor Ort. 104 Personen waren angereist, inklusive Stimmrechtsvertreter war knapp ein Drittel des Kapitals vertreten.

Keine Alternative

Viele der Meyer Burger trotz jahrelangen Kurszerfalls treu gebliebenen Aktionäre dürften der Kapitalerhöhung mangels Alternativen zugestimmt haben. Mit der alten Strategie, Maschinen für die Herstellung von Solarzellen und -modulen zu verkaufen, kam Meyer Burger nicht aus der Verlustzone heraus. Die flüssigen Mittel wurden knapp, die Flucht nach vorn scheint der letzte Ausweg.

Ungewohnt an der Aktionärsversammlung war hingegen die Minne, in der sie abgehalten wurde. Mehrere Votanten lobten CEO Gunter Erfurts «radiophone» Stimme, und auch inhaltlich sprach der Solarexperte aus Deutschland, der seit April Chef von Meyer Burger ist, in den Ohren vieler Anwesender überzeugend. Bedauern vom Rednerpult der Aktionäre erklang beinahe ausschliesslich darüber, dass der «Meyer Burger» ? der traditionelle Imbiss an Generalversammlungen ? Corona-bedingt wegfiel. Verwaltungsratspräsident Franz Richter tröstete mit der Aussicht auf einen Doppel-Burger bei der nächsten Gelegenheit.

So viel Zustimmung von Seiten der strapazierten Aktionäre ist man sich bei Meyer Burger nicht gewohnt. Vergangene Kapitalerhöhungen in den Jahren 2009, 2014 und 2016 verliefen weniger harmonisch, und zum offenen Streit zwischen Sentis und dem damaligen Führungsduo Brändle/Lütolf führte Kerekes? Kandidatur für den Verwaltungsrat vergangenen Herbst.

Lob für neue Strategie

Lob erntete das neue Duo Richter/Erfurt für die neue Strategie. Das Management und einige Aktionäre sind überzeugt, Meyer Burgers Technologie zur Herstellung hocheffizienter Solarzellen werde den Unterschied ausmachen, um die Paneele zur Gewinnung von Sonnenstrom in Deutschland wieder konkurrenzfähig produzieren zu können. Standorte der ersten Produktionslinien, die mit dem Geld aus der Kapitalerhöhung aufgebaut werden sollen, stammen aus der Konkursmasse der deutschen Modulhersteller Sovello und Solarworld. Für letzteren war Erfurt selbst einst tätig.

Künftig will Meyer Burger die Technologie zur Herstellung der Zellen und Module ? namentlich Heterojunction in Verbindung mit Smart Wire ? nicht mehr an Dritte verkaufen. Frühere Schwierigkeiten beim Patentschutz sollen so überwunden werden. Haken an dieser Überlegung ist, dass die von Brändle eingegangene strategische Partnerschaft mit Modulherstellerin REC bedeutet, dass auf Meyer-Burger-Maschinen hergestellte Module der neusten Technologie schon am Markt erhältlich sind, wie an der a.o. GV ein Aktionär auch kritisch anmerkte.

Erfurt ist dennoch überzeugt, die Zeit in der Solarindustrie zurückdrehen zu können. Es sei ein Märchen, dass die Produktion in Deutschland teurer sei als in Asien; ein promovierter Ingenieur etwa koste in China inzwischen mehr als in Deutschland. Die Personalkosten würden nicht mehr als 10% der Gesamtkosten betragen, meinte Erfurt weiter. Zugleich will er bei Erreichen der Kapazität von 5 Gigawatt bis 2026 über 3000 Stellen schaffen.

Teurer als die Konkurrenz

Im ersten Schritt soll mit der Kapitalerhöhung eine Produktionskapazität von 400 Megawatt erlangt werden. Damit sei man «nicht weit weg von Standardherstellkosten», meinte Erfurt. «Aber natürlich produziert ein 10-Gigawatt-Hersteller in Asien günstiger.» «Finanz und Wirtschaft» schätzt die Chancen des Thuner Unternehmens, mit der neuen Strategie Geld verdienen zu können, daher als gering ein. Photovoltaik wird als Energielieferant noch wichtiger werden, auch in Europa werden in den kommenden Jahren zahlreiche weitere Solaranlagen gebaut, um den Anteile des Solarstroms am Energiemix zu steigern. Der Preisdruck in der Branche ist allerdings enorm. Vereinzelt mag das Verkaufsargument «Made in Germany» locken, doch grosse Marktanteile sind damit kaum zu gewinnen. FuW empfiehlt langfristig orientierten Anlegern, die Titel zu verkaufen.

Unmittelbar sorgt die Kapitalerhöhung nichtsdestotrotz für Schwung. Das Unternehmen hat mit der sogenannten Pipe (Private Investment in Public Equity) eine Struktur gewählt, die ein Mindestvolumen der Kapitalerhöhung garantiert. 110,2 der 165 Mio. Fr. sind durch Pipe-Investoren bereits garantiert. Beim Bezugspreis von 5 Rappen und zum Ausgabepreis von 9 Rappen werden nun bis zu 1,83 Mrd. neue Aktien ausgegeben. 685 Mio. Aktien sind heute bereits am Markt.

Die potenzielle Verwässerung ist also beträchtlich. Der theoretische Wert der künftigen Meyer Burger liegt bei 14,2 Rappen, wie das Unternehmen in der Mitteilung nach der a.o. GV schreibt. Dass der Kurs nach Beschluss der Kapitalerhöhung dennoch von 28 auf über 30 Rappen gestiegen ist, dürfte Erleichterung spiegeln. Die Bezugsfrist beginnt am 14. Juli und endet am 22. Juli.



 

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