Einzelkritik Michael Ballack viel zu defensiv
19. Juni 2004 Die deutschen Spieler in der Einzelkritik:
Oliver Kahn: Vier deutsche Abwehrspieler ließ Verpakovskis stehen, am Kapitän kam er nicht vorbei (40.). Hatte sonst nichts zu tun.
Arne Friedrich: Früh mit der Gelben Karte belastet, traute er sich nicht mehr, die Handbremse zu lösen. Wurde selten angespielt.
Christian Wörns: Wie schon gegen die Niederlande die Zuverlässigkeit in Person. Zweikampfstark, sicher, der beste deutsche Spieler - allerdings mit viel Glück, als sein Foul gegen Verpakovskis nicht als Elfmeter gewertet wurde.
Frank Baumann: Der Nowotny-Ersatz war ein ständiger Unsicherheitsfaktor. Haarsträubende Abspielfehler und schlechtes Zweikampf-Verhalten.
Philipp Lahm: Der Turbo auf der linken Seite und der einzige, der um permanenten Druck bemüht war. Ein Fehler führte fast zum 0:1 (80.)
Dietmar Hamann: Statt Stratege nur ein Hemmschuh im deutschen Spiel. Viel zu langsamer Aufbau, keine Ideen.
Thorsten Frings: Erst auf links ein Ausfall, dann auf rechts ebenso schlecht. Fehlpaß- und Foul-Festival. Baute auch konditionell ab.
Bernd Schneider: Ein guter Schuß, ansonsten aber lief das Spiel an ihm vorbei. Lieferte Völler alle Argumente, ihn zur Pause auszuwechseln.
Michael Ballack: Deutlich defensiver als gegen die Niederlande. Bemühte sich in der 2. Halbzeit vergebens, den Karren aus dem Dreck zu ziehen.
Fredi Bobic: Seine letzte Chance nutzte er nicht. Das einzig Positive: Obwohl ihm nichts gelang, gab er nie auf.
Kevin Kuranyi: Immer präsent und immer gefährlich, aber wieder ohne Glück im Abschluß. Allerdings bekam er selten brauchbare Zuspiele.
Bastian Schweinsteiger: Der Youngster kam für Schneider. Viel lebhafter, aber zu eigensinnig und überhastet. Er riskierte wenigstens etwas.
Miroslav Klose: EM-Debüt nach 67 Minuten, doch ohne jede Torgefahr. Vergab eine Kopfballchance in der Nachspielzeit kläglich. Der WM-Torjäger ist nicht in Form.
Thomas Brdaric: Kam als Joker, war aber nicht mehr zu sehen.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa
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