Iraker auf dem Vormarsch Versuchte Erstürmung eines US-Vorpostens
In der etwa 40 Kilometer nördlich der irakischen Hauptstadt Baghdad gelegenen Stadt Tarmiya haben irakische Widerstandskämpfer Berichten zufolge am Montag offenbar versucht, einen US-Vorposten zu stürmen.
Einem Artikel der Los Angeles Times zufolge dauerte der Kampf mehrere Stunden an und wurde erst durch US-Kampfflugzeuge und eingetroffene Verstärkung der US-Soldaten entschieden. Nach Aussage des US-Militärs wurden bei dem Angriff 2 US-Soldaten getötet und 29 weitere verletzt. In einer vorangegangenen Meldung war noch von 17 verletzten Soldaten die Rede gewesen. Von den Verletzten seien demnach 24 nur so leicht verletzt worden, daß sie bereits wieder ihren Dienst angetreten haben. 5 Soldaten würden demnach noch medizinisch versorgt.
Dies ist zweifellos bemerkenswert, meldete die Los Angeles Times doch unter Berufung auf "irakische" Polizisten und Augenzeugen, daß mindestens fünf Mal US-Hubschrauber während des Kampfes innerhalb des Vorpostens landeten, um Verwundete abzutransportieren. Rein rechnerisch wäre dies zwar möglich, wurden ja nach US-Angaben fünf Soldaten schwerer verletzt, dies bedeutete dann allerdings, daß jeder von ihnen einzeln evakuiert wurde. Angesichts der zahlreichen Abschüsse von US-Hubschraubern in den vergangenen Wochen eine Maßnahme, die kaum während massiver Kampfhandlungen ergriffen würde, wären die Soldaten nicht in Lebensgefahr. Dies wirft dann allerdings wiederum die Frage auf, warum neben den fünf lebensgefährlich verletzten Soldaten die restlichen nur leicht verletzt wurden.
Auch in einem weiteren Punkt steht die Meldung des US-Militärs in direktem Widerspruch zu Medienberichten. Demnach sei der Vorposten "ausschließlich von US-Soldaten verteidigt worden. Die irakische Polizei hat den Standort im Dezember verlassen und die Polizeizentrale des Bezirks ins nahegelegene Mushada verlegt."
CNN berichtete am Montag andererseits unter Berufung auf "irakische Beamte", daß bei dem Angriff neben zwei US-Soldaten auch 8 "irakische" Polizisten getötet wurden. Demnach wurde die Basis erst mit drei Autobomben und dann von 50 Kämpfern angegriffen. Dabei wurden Raketen von einem Lastwagen und aus einem nahegelegenen Gebäude als auch Mörser, Panzerfäuste und Schußwaffen auf den Vorposten abgefeuert. In seiner ersten Meldung hatte selbst das US-Militär zugegeben, daß es sich hierbei um einen "koordinierten Angriff" handelte.
Der New York Times zufolge wurde der Angriff auf den Vorposten "kurz vor Sonnenaufgang" durch "mindestens" eine Autobombe eingeleitet. Spätestens dieses Detail, daß ein derart großer Angriff bei Tageslicht erfolgte, belegt, daß es sich hier um weitaus mehr als den alltäglichen Beschuß von Basen der Besatzer handelte. Ganz offensichtlich war es Ziel des Angriffs, den Vorposten einzunehmen. Letztlich spricht zweifellos schon die Tatsache, daß dies erst durch den Einsatz von Kampfflugzeugen und die Entsendung von Verstärkung verhindert werden konnte, Bände.
Ein derartiger Angriff könnte kaum deutlicher belegen, wie stark sich der irakische Widerstand mittlerweile fühlt. Es sind ohne Zweifel Angriffe wie dieser, die den Strategen innerhalb des US-Militärs Kopfschmerzen bereiten. Sollte es dem irakischen Widerstand gelingen, Angriffe nicht nur auf eine US-Basis sondern auf zahlreiche zu koordinieren, so würde dies zwangsläufig zu einer Prioritätensetzung bei den Einsätzen der Luftwaffe - und dem entsprechenden Fall von "unwichtigen" Basen - führen.
Dieser Angriff führt insbesondere in Kombination mit dem Abschuß von 7 US-Hubschraubern in den vergangenen Wochen zweifellos zu großer Nervosität innerhalb des US-Militärs, wecken sie gemeinsam doch Erinnerungen an das Afghanistan der Sowjet-Union als auch an das Vietnam der USA.
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