ich schalte mich einfach mal frecherweise ein...
Eigentlich liegt der "Fehler" doch schon in der Vergangenheit. Rein auf Ertragssteuern bezogen (also z.B. nicht die Umsatzsteuer) haben wir in den letzten 20 Jahren regelmäßig Steuersenkungen erfahren. Dies war auch grundsätzlich richtig, wobei jedoch die Verteilung laufend ungerecht war. Die Erhöhung des Grundfreibetrages und die dann vollzogene Senkeung der Steuersätze (in der Spitze am deutlichsten!!!!) führte dazu, dass einkommensstarke Bürger auf jeder Stufe am Meisten profitierten. Es wurde dann regelmäßig deutlich, dass der gut verdienende Single am Meisten profitierte. Im Gegenzug hat man später die Umsatzsteuer deutlich erhöht, nach dem Prinzip: Masse macht Kasse. Diese Erhöhung tragen überproportional auch einkommensschwache Bürger, da Sie ihre verfügbaren Mittel neben Lebensmitteln auch für Konsumgüter verbrauchen. Besserverdienende konsumieren zwar mehr, aber Sie können auch deutlich mehr sparen!
Aus meiner Sicht wäre daher sinnvoll, wenn eine Steuerreform insgesamt eine Steuerentlastung bringt, aber eben auch eine ausgewogene "Umverteilung" bedeuten. Im unteren Einkommensbereich sollten Steuern deutlich sinken und im oberen Bereich wird dies quasi "gegenfinanziert". Problematisch ist, dass die Steuersenkungen im unteren Bereich eine breite Masse treffen und dies im oberen Bereich von wenigen ausgeglichen werden muss. LEtztlich partizipiert aufgrund der Progression der Besserverdienende im unteren einkommensbereich genauso, was er dann im oberen Bereich durch höhere Belastung ausgleichen muss...Sofern also erst am 1 Milion höhere Steuern erhoben werden, reicht dies nicht aus, um unten eine "echte" Senkung der Belastung zu finanzieren.
Ohne jetzt die Pläne der Grünen genau zu kennen, habe ich dort diesen Ansatz herauslesen können. Untere Einkommen haben eine geringere Belastun und erst ab einem höheren Einkommen (Single mit ? 60.000,00) haben höhere Steuern zu verkraften. Grundsätzlich aus meiner Sicht der richtige Ansatz, um die Fehlentwicklungen früherer Steuerreformen zu beheben. Richtig ist auch, dass eine solche Reform nicht dazu führen sollte ein Steuermehraufkommen zu schaffen, sondern lediglich eine andere Verteilung.
Wer jetzt einwenden möchte, dass dies Umverteilung falsch sei, sollte bedenken, dass wir seit mindestens 25 Jahren laufend eine Verteilung in die andere Richtung gesehen haben...Nimmt man noch die Sozialsysteme hinzu, bei denen durch die Beitragsbemessungsgrenze und die Ausnahme von bestimmen Einkünften und Einkommensgruppen Grenzen eingezogen sind, wird dies überdeutlich. Bitte nicht falsch verstehen, ich habe schon Kenntnis davon, dass obere Einkommen auch schon immer höhere Steuern getragen haben, aber die Vermögensverteilung ist ebenfalls ganz erheblich ungleich und letztlich ermöglicht die Struktur unseres Staates und das System auch nur, dass manche eben mehrere Hunderttausend ? im Jahr verdienen können....
Ach ja, die kalte Progression kann man so nicht abschaffen, sondern lediglich durchregelmäßige Anpassung vermeiden...oder gibt es ein Instrument gegen die Inflation????
Beste Grüße Jo
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