Eigentlich darf man im Internet vieles schreiben aber sicherheitshalber weise ich jetzt doch daraufhin das die ganze Geschichte meiner Phantasie entsprungen ist und ich nie behaupten würde dass dies tatsächlich geschieht
Ein Tag des Herbert Diller Herbert Diller ist natürlich keine real existierende Person sondern nur eine Erfindung von Standuhr den es wirklich gibt und der sich wahrscheinlich auch ähnlich verhalten würde wie in der Geschichte geschrieben. Standuhr ist natürlich nicht der richtige Name sondern nur der Name den er sich gab als er sich im Forum anmeldete. Sicherlich hätte er einen anderen Namen gewählt wenn er gewusst hätte dass die Börsenzockerei ihn nicht mehr loslassen und er über Jahre mit diesem Pseudonym leben müsste. Aber als er eben einen Namen angeben musste und der Blick durch sein Zimmer schweifte?. Aber ich schweife ab. Der Arbeitstag beginnt für Herbert um 8:00. In den letzten Jahren nahm der Handel mit Knock out Zertifikaten enorm zu. Vor allem im Dax werden mittlerweile täglich Millionen umgesetzt. Wenn man bedenkt dass jeder Punkt im Dax im Schnitt 12 mal angefahren wird besteht also die Chance einen Trade nicht mehr ins Plus zu bringen nur bei 8%. Da es aber nicht im Sinne der Banken ist Geld zu verschenken hatte er leichte Spiel als er vor 3 Jahren bei den Banken vorstellig wurde. Durch Beziehungen und viel Diplomatie konnte er mit fast allen großen deutschen Geldhäusern Verträge abschließen.. Nachdem sich Herbert mit seinem Kaffee vor seine Monitore gesetzt hat checkt er als erstes die vorbörslichen Daten. Der Dax ist seit Xetra Schluss am gestrigen Abend um 65 Punkte gestiegen. Die letzten Tage ging es eher bergab die Erholung hatte sich erst gestern seit dem Öffnen der Wallstreet etabliert. Nachdem der Dow zugewonnen hat sind auch die Börse in Tokio, Hongkong und Shanghai im Plus. Deshalb wundert es ihn nicht in seinem Mailfach eine Nachricht von Jain zu finden. Jain ist ein Fondsverwalter und ist einer der sogenannten Big Player. Die Botschaft ist klar. Die Jungs wollen heute einiges an Geld in den Markt pumpen welches sie die letzten Tage abgezogen haben. Herbert hat einiges an Daten zur Verfügung. Nach amerikanischen Vorbild vernetzten sich die Banken um Herberts Abteilung, die übrigens selbstständig ist, mit allen Daten zu versorgen die für den Job benötigt werden. Wie zu erwarten ist das Sentiment sehr bullisch. Seit Jahren propagieren die Banken im Internet dass jede Position mit einem SL abgesichert werden muss. In Herberts Abteilung gibt es vier Mitarbeiter die in allen möglichen Finanzforen die Wichtigkeit dieses Werkzeugs betonen. Der Dax steht jetzt bei 10.235 Punkten. 45% der Longpositionen können ausgelöst werden durch einem Rutsch unter 10.200. weitere 18% wenn es unter 10.180 geht. Weitere 12% wären bei 10.150 fällig. Herbert gibt die Daten in sein Programm ein. Mindestziel sind die 10.200 schön wären natürlich die 10.180. Der Computer errechnet eine Wahrscheinlichkeit von 99% für 10.200 und 85% für 10.180. Herbert bestätigt das Kursziel von 10.180. Er schaut auf die Uhr. Es ist 8:50 und er hat noch etwas Zeit. Er startet seinen Browser und öffnet die Seite eines Finanzforums. Wie zu erwarten sind die meisten Kommentare auf ein Steigen des Daxes ausgerichtet. Ein lächeln geht über Herberts Gesicht. Die werden sich wundern. Auch Standuhr, eine art Don Quijote der Finanzwelt hat auf steigende Kurse gesetzt. Im Grunde hat Herbert, so wie alle seiner Kollegen, nichts übrig für diese Glücksritter die meinen ohne großes Wissen an der Börse Geld zu verdienen. Deswegen kann er auch wenig Mitleid aufbringen wenn er, mit Hilfe seines Programmes, denen das Geld abnimmt. Aber Standuhr hat es ihm fast ein wenig angetan. Da dieser ohne SL handelt nimmt dieser auch keinen finanziellen Schaden allerdings hält es Herbert für denkbar dass Standuhr irgendwann einen Herzinfarkt erleidet. Oder eben den wirklichen Ruin wenn es mal komplett in die andere Richtung geht. Aber da hat Herbert keinen Einfluss drauf. Für die großen Moves sind andere zuständig. Aber bisher hat Standuhr auch die größten Fehltrades überstanden, Herbert vermutet aber dass dies nur deshalb so ist weil Standuhr noch größere Finanzreserven hat und so wie die meisten Zocker immer wieder Geld nach schießt. Aber, wie gesagt, Herbert ist da wahrscheinlich nicht objektiv. So in Gedanken versunken hat Herbert fast die Eröffnung verpasst. Die zeit von 9:00 bis 9:15 gehört traditionell seiner Firma. Man kann es Gentleman Agreement nennen aber im Endeffekt ist es eine klassische Winwin Situation. In diesem Fall sind es sogar 3 Gewinner. Die Bigplayers freuen sich wenn die Einstiegskurse noch mal ein bisschen billiger werden die Banken über Gewinne (oder auch nicht erleidete Verluste). Nach einem komplizierten Schlüssel erhält Herbert Anteile von diesen Gewinnen aber das ist natürlich nicht die einzige Einnahmensquelle. Aber dazu nachher mehr. Gebannt schaut Herbert auf die Uhr. Er kann sich getrost zurücklehnen alles weitere erledigt das Programm welches von Heiko einem seiner Mitarbeiter geschrieben und immer weiter, nach Herberts Anweisungen natürlich, verbessert wird. Es ist ein Algorythmus auf den jetzt nicht weiter eingegangen werden soll. Manche seiner Mitarbeiter nennen es die Dillermaschine bekannt für eine Eigenschaft die aber erst nachmittags zum Einsatz kommen soll. Nur wenige Sekunden nach Handelsstart fängt das Programm auch an zu arbeiten. Bereits nach 20 Sekunden hat es Aktien im Wert von etlichen Mio. verkauft worauf der Dax, welcher in den letzten Minuten bis auf 10.260 gestiegen ist, bis auf 10.215 gedrückt. Das Programm hat das Verkaufen jetzt eingestellt und sogar begonnen Aktien zurück zu kaufen. Der Dax erholt sich 90 Sekunden lang bis auf 10.230 als das Programm zum zweiten Schlag ausholt. Wieder werden Aktien auf den Markt geworfen und der zweite Schub geht bis auf 10.197. Das Minimalziel ist bereits erreicht aber, wie zu erwarten, werden jetzt jede Menge Orders ausgelöst. Ohne dass Herberts Firma noch eine Aktie verkaufen muss fällt der Dax bis auf 10.177. Somit ist auch das zweite Ziel erreicht und das Programm beendet sich mit einem Smiley. Der erste Einsatz war schon mal ziemlich erfolgreich. Herberts Firma hat einiges an Geld verloren indem er verkaufte aber das wird durch die Prämien der Banken fast ausgeglichen. Die größeren Gewinne macht er in den nächsten Stunden. Er wählt jetzt das Kaufprogramm und will es gerade starten als der Dax nochmal einen Rutsch bis auf 10.163 macht. Zufrieden startet er das Programm und lehnt sich zurück. Es ist jetzt 9:13. Wie besprochen fangen jetzt auch die Bigplayers das Kaufen an und der Dax steigt, nun nicht mehr in Schüben sondern ganz kontinuierlich an. Bereits um 9:30 hat er die 10.200er Marke genommen und wo er sich nur kurz aufhält und weiter steigt. Das Sentiment der Kleinanleger hat sich ziemlich bereinigt. Es wurden tatsächlich 73% der gehaltenen Longpositionen rausgekegelt und 4 Knockout Zertifikate ausgeknockt. Zusätzlich haben tatsächlich viele Kleinanleger Shortpositionen eröffnet. Aber um die Shortpositionen braucht sich Herbert heute nicht zu kümmern. Im gegenteil je länger diese heute drinbleiben desto besser. Herbert öffnet wieder das Börsenforum um zu sehen wie die Kommentare der ?unwissenden? so sind. Standuhr hat tatsächlich bei 10.200 noch einmal nachgekauft. Kurz nachdem der Dax den Tiefststand erreichte kam noch ein Post wo er gegen den Markt und die Börse im allgemeinen schimpfte. Aber dann, wie erwartet, kam um 9:30 der Post dass er mit +-0 seine Position abgegeben hat. Bis 14:30 hat Herbert jetzt erstmal nichts mehr zu tun. Da kommen die Exportpreise und die Einzelhandelsumsätze aus den USA. Dafür wird Herbert an seiner ?Dillermaschine? aber einen anderen Modus fahren
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