Der USA Bären-Thread

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neuester Beitrag: 20.11.19 17:37
eröffnet am: 20.02.07 18:45 von: Anti Lemmin. Anzahl Beiträge: 138582
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20.02.07 18:45
450

57853 Postings, 5676 Tage Anti LemmingDer USA Bären-Thread

Dies ist ein Thread für mittelfristig orientierte Bären (keine Daytrader), die im Laufe dieses Jahres mit einem stärkeren Rückgang der US-Indizes rechnen - u. a. auf Grund folgender Fundamental-Faktoren:





1.  Zunehmende Probleme im US-Housing-Markt wegen Überkapazitäten, fallender Preise,
    rückläufiger Verkaufszahlen und fauler Hypotheken, vor allem im Subprime-Sektor

2.  Auf Grund dessen mögliche Banken-, Junkbond- und/oder Hedgefonds-Krise
    (HSBC warnte bereits)

3.  Überschuldung der USA im Inland (negative Sparquote, Haushaltsdefizit)
    und im Ausland (Handelsdefizit)

4.  Möglicher weiterer Wertverlust des Dollars zum Euro (zurzeit bereits über 1,30)

5.  Anziehende Inflation wegen Überschuldung und unkontrollierten Geldmengenwachstums

6.  Weitere Zinserhöhungen der Fed zur Inflationsbekämpfung

7.  Rückgang des US-Konsumentenvertrauens und weniger Konsum wegen der
    Liquiditätsrückgänge und drückender Housing-Schulden

8.  Rückabwicklung von Yen-Carry-Trades, weil Japan die Zinsen erhöht
    -> Ende der "globalen Hyperliquidität"

9.  Probleme im Irak, wachsende Kriegsgefahr in Iran/Nahost, Ölpreis-Anstieg

10. Terrorgefahr

11. Überbewertung der US-Aktien (das DOW-JONES KGV für 2006 liegt bei 24,25,
    das des SP-500 bei 19)

12. Aktien-Hausse der letzten vier Jahre verlief ohne nennenswerte Korrekturen
    (untypisch)





Dieser Thread soll meinen inzwischen leider teilweise gelöschten Doomsday-Bären-Thread ersetzen. Außerdem möchte ich in diesem Eingangsposting deutlich machen, dass der Fokus auf USA liegt (der DAX spielt nur am Rande eine Rolle, da die wirtschaftliche Lage hier zu Lande besser ist).

Ich wünsch mir in diesem Thread eine faire, offene und vor allem sachliche Diskussion, möglichst wenig persönliche Querelen, Beleidigungen und sinnlose Hahnenkämpfe. Wer notorisch stört und Unfrieden stiftet oder rassistische Sprüche ablässt, kommt auf die Ignore-Liste (was weitere Postings hier verhindert).
 
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138556 Postings ausgeblendet.

18.11.19 14:15
2

1655 Postings, 564 Tage walter.euckenbip/geldmenge schweiz

in der schweiz ist die bilanz der nationalbank deutlich höher als das bip. und wächst langsam weiter.
und mit einer verringerung der geldmenge ist nicht zu rechnen.

und es stört sich auch niemand  daran. im gegenteil, hinter den kulissen wird bereits gestritten, ob und wie die gigantischen kursgewinne auf ihren anlagen, welche die nationalbank macht, verteilt werden sollen.

so läuft der hase...



 

18.11.19 14:31
1

515 Postings, 2686 Tage Rondo90Wir drucken uns die welt

Wie Sie uns gefällt.
Bip/ geldmenge ist doch erstmal egal.
Aber irgendeinen Auslöser wird es wohl geben. So wie es immer war... Algos und digitalisierung kann auch nur bedingt helfen. Ich sag sogar das der crash bewusst ausgelöst wird.
Der dann auf einmal das ungesunde System schädigt und wir alle uns dann fröhlich wie in Paris, Hongkong, Chile, Bolivien  oder in andere zur Zeit demonstrierenden Städten die Schädel einschlagen.
Danach werden wir enteignet weil wir uns wie die wilden aufgeführt haben und dann heißt es buckeln für die Hälfte der Kaufkraft bis die der plant im Müll versinkt.  

18.11.19 17:13

57853 Postings, 5676 Tage Anti Lemming# 558

"hinter den kulissen wird bereits gestritten, ob und wie die gigantischen kursgewinne auf ihren anlagen, welche die nationalbank macht, verteilt werden sollen."

Lustig wird es erst, wenn möglicherweise kommende Verzockerschulden der Schweizer Notenbank (SNB) unter den Eidgenossen verteilt werden müssen. ;-)

Das könnte leicht passieren, z. B. wenn der Schweizer Franken (wegen eines neuerlichen Aufkochens der Eurokrise unter Lagarde) zum Euro unter die Parität fällt. Oder glaubst du ernsthaft, das Euro-Problem sei dauerhaft gelöst? In einer Neuauflage der Eurokrise könnten zugleich die Aktien, die die SNB massenhaft gekauft hat, deutlich fallen, so dass es dann gleich an zwei Fronten (Devisen- und Aktienhandel) brennt.

Merke: Hedgefonds (zu denen dieser Tage leider auch die einst renommierte SNB zählt) machen in guten Zeiten traumhafte Gewinne - aber eben in schlechten Zeiten auch horrende Verluste.

Jeder Schweizer, der für die Verluste der SNB nicht haften will, sollte sich hüten, jetzt in der guten Zeit die Gewinne anzunehmen. Denn das wäre "verteufelt" ;-) Denn dies zwingt ihn implizit auch, in der - wann auch immer kommenden - schlechten Zeit für die Verluste der SNB gerade zu stehen.
 

18.11.19 17:43
2

1655 Postings, 564 Tage walter.euckennotenbanken

wie gesagt, notenbanken sind keine geschäftsbanken. sie können sogar ein negatives eigenkapital haben. also werden die bürger dafür nicht geradestehen müssen, man kann es einfach aussitzen.

(alles was die notebanken brauchen ist das vertrauen der  bürger - geldscheine sind nichts anderes als schuldscheine. unser geldsystem funktioniert nur, weil alle glauben, das die bunten papierchen etwas wert sind.  es gibt auch keine golddeckung der währung oder so. und eintauschen bei der nationalbank kann man sie nur gegen bunte scheinchen anderer notenbanken zu einem gerade aktuellen tageskurs. aber diese ausländischen banknoten sind genauso nur farbige papierchen. aber lassen wir besser diese diskussion über geld, ich will hier nicht den startpunkt einer weltweiten revolution markieren..)  

18.11.19 17:55

1655 Postings, 564 Tage walter.euckendirekt von der notenbank

die snb hat auf ihrer webseite diverse interessante themen bereist als faq beantwortet, so auch was bei massiven verlusten auf ihren anlagen passieren würde, und auch die frage, ob das eigenkaital negativ werden kann:
"Die konsequente Erfüllung des geldpolitischen Auftrags kann in bestimmten Situationen dazu führen, dass die Nationalbank das Risiko massiver Verluste in Kauf nehmen muss, die ihr Eigenkapital vorübergehend negativ werden lassen. In der Bilanz würde sich dies in einer negativen Ausschüttungsreserve spiegeln, deren Höhe die Rückstellungen für Währungsreserven und das Aktienkapital in absoluten Zahlen übersteigen würde. Ein solcher Zustand wäre allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit nur vorübergehend, da bei einer Notenbank aufgrund ihres strukturellen Gewinnpotenzials in der Regel über die Zeit wieder Überschüsse anfallen."

 

18.11.19 19:55

57853 Postings, 5676 Tage Anti LemmingRechen- und Moral-Exempel

zu: "also werden die bürger [für die Verluste] nicht geradestehen müssen, man kann es einfach aussitzen"

Wenn in guten Zeiten wie jetzt die hohen Gewinne der Schweizer Notenbank an die Bürger verteilt werden sollen, ist es nur logisch und folgerichtig, dass in schlechten Zeiten auch die Verluste sozialisiert werden.

Es ist ein Geben und Nehmen ;-)

Wehe dem Schweizer, der der Versuchung erliegt, das vergiftete Geschenk einer Notenbank-Ausschüttung jetzt anzunehmen! Er handelt sich damit den Fluch ein, später auch den allfälligen Bailout (noch viel teurer!) zu bezahlen...  

18.11.19 22:28
4

1655 Postings, 564 Tage walter.euckenzur wiederholung

eine notenbank ist keine geschäftsbank, sie kann verluste aussitzen. und geld drucken soviel sie will. weil:

das wahre kapital einer notenbank ist ihre glaubwürdigkeit. mit ihr kann sie soviel geld drucken wie sie will, verliert sie aber ihre glaubwürdigkeit, verliert sie alles.

eine notenbank kann mit negativem eigenkapital gut leben. eine notenbank kann soviel geld drucken wie sie will. aber eines kann die notenbank nicht, nur eines, und das  ist ihr wichtigstes gut: sie kann ihre glaubwürdigkeit nicht erkaufen.

ein beispiel zu erläuterung: hyperinflation ensteht schlussendlich nicht durch geldrucken der notenbanken, sondern der verlust ihrer glaubwürdigkeit.
weil verliert man das vertrauen in die notenbank, werden banknoten wieder zu dem was sie eigentlich immer waren, farbiges papier. und man kann damit die wände tapezieren oder sonstwas machen, weil niemand es mehr als zahlungsmittel akzeptiert. genauso so ist hyperinflation.

und dann, btw, sind sachwerte und insbesondere gold die zahlungs- bzw tauschmittel.
oder wie der damals einflussreichste banker j.p. morgan 1912 vor dem us konress erklärte: "nur gold ist geld, alles andere ist kredit".
https://www.larsschall.com/2019/05/02/was-meinte-j-p-morgan/  

18.11.19 22:36
5

1655 Postings, 564 Tage walter.euckenps banknoten

ps, was zeichnet einen schuldschein aus? wer,datum oder serienummer, wieviel, wovon, unterschrift.
unsere banknoten: seriennummmer, notenbank, betrag, währung, unterschrift des notenbankchefs.

banknoten sind schuldscheine. nichts anderes. eine notenbank kann davon soviel herausgeben wie sie will, solange die leute sie akkzeptieren ist alles in ordnung.

ergo, es geht nur, nur, nur , einzig allein nur um die glaubwürdigkeit des schuldners.
alles andere ist blaba-theorie.  

19.11.19 11:31

57853 Postings, 5676 Tage Anti LemmingDie SNB ist aber nicht mehr glaubwürdig,

genausowenig wie Hedgefonds jemals wirklich glaubwürdig sein bzw. werden können.

Bätsch! ;-)  

19.11.19 11:42

57853 Postings, 5676 Tage Anti LemmingDie SNB hat nur einen wirklichen Trumpf

in der Hand - zumindest theoretisch: Wenn wegen sinkender Glaubwürdigkeit der SNB der Franken im Kurs fällt, kommt sie (da sie bei ihren Marktmanipulationen short Franken ist) sozusagen von allein wieder in den grünen Bereich.

Soweit die Theorie. Praktisch funktionieren Märkte allerdings anders. Sie bewegen sich (zumindest in erster Welle) stets so, dass waghalsige Akteure, zu denen man die SNB zählen muss, maximalen Schaden erleiden.

(Man denke nur an LTCM - ein Hedgefonds, der glaubte, wegen zwei Wirtschafts-Nobelpreisträgern im Vorstand unfehlbar zu sein, gigantische Wetten betrieb und 1998 von der Fed gerettet werden musste, um einen Weltfinanzcrash zu verhindern.)

Das wahrscheinlichste Szenario ist: Bei einer weiteren Zuspitzung der Eurokrise fällt der Franken unter die Euro-Parität, und das heißt für die SNB: Land unter. Sie wird das mMn NICHT aussitzen können, weil internationale Akteure Handlungen verlangen werden.


Zocker erwischt es teils auch mehrfach (LTCM):

https://www.sueddeutsche.de/geld/...ge-fuer-ltcm-fondsmanager-1.93081
 

19.11.19 11:47

57853 Postings, 5676 Tage Anti LemmingDer letzte Satz aus dem SZ-Artikel im letzten

Post lautet:

"Wegen der gegenwärtigen Finanzkrise haben im vergangenen Jahr 1.471 Hedge-Fonds schließen müssen. Das waren 15 Prozent der gesamten Branche."

Dieser Satz zeigt, dass Hedgefonds im Grunde Schönwetterveranstaltungen sind. Bei (Finanz-)Gewittern brechen sie reihenweise zusammen.

Auch der SNB geht es gut, solange Aktien steigen und die Eurokrise mit weiterem EZB-Druckgeld "zugeschissen" wird. Aber wird das ewig so weitergehen? Wohl kaum.  

19.11.19 11:55

57853 Postings, 5676 Tage Anti LemmingP.S.

Der SZ-Artikel ist aus dem Jahr 2010.  

19.11.19 12:07

1829 Postings, 3575 Tage ZeitungsleserZum Verzweifeln...

Das gibt es doch gar nicht. Seit 8 Wochen bekomme ich jeden Tag eins auf die Fr.... Das gibt's doch gar nicht.  

19.11.19 12:09
3

57853 Postings, 5676 Tage Anti LemmingAbwarten und dann

mit dem letzten Zahn beherzt zubeißen!  

19.11.19 12:23

57853 Postings, 5676 Tage Anti LemmingBären-Trostpflaster

bzw. (für Schlaubären, die noch leben) ein Timing-Indikator:

 
Angehängte Grafik:
hc_2523.jpg (verkleinert auf 78%) vergrößern
hc_2523.jpg

19.11.19 12:25

57853 Postings, 5676 Tage Anti LemmingUngeachtet dessen

teile ich Dreiklangs Bauchmeinung, dass Wall Street sich die Boni für 2019 nicht mehr nehmen lässt - und daher keinen ernsthaften Absacker vor Sylvester mehr "zulässt".  

19.11.19 19:38
3

57853 Postings, 5676 Tage Anti LemmingDie Crux der Schweiz

hier aus erster Hand:

https://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/...t-unumgaenglich/

Negativzinsen in der Schweiz sind ein Sonderfall. Denn die Schweiz hat keine Negativzinsen, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln oder um bedrohte Schuldner vor dem Zusammenbruch zu retten. Die Negativzinsen hierzulande haben nur einen einzigen Grund: Ein weiteres Erstarken des Schweizer Frankens soll verhindert werden. Dazu müssen Geldanlagen in der Schweiz genügend unattraktiv gemacht werden. Der Zins muss geringer sein als im Ausland und vor allem geringer als in der Eurozone. Und weil die Eurozone im Moment ebenfalls negative Zinsen hat und nicht daran denkt, diese in nächster Zeit anzuheben, müssen wir noch stärker negative Zinsen haben. Das ist grob zusammengefasst die Logik der momentanen Geldpolitik der Schweiz.  

19.11.19 19:54

12237 Postings, 4500 Tage wawiduToller "Himmelstürmer" oder "Eintagsfliege"?

19.11.19 23:59
2

361 Postings, 518 Tage birkensaft@AL, #138574

Sehr richtig, gleichermaßen ist aber auch das von dir monierte "Hedgefund-Verhalten" der SNB zu beurteilen. Die Schweiz genießt zu viel(!) vertrauen, als es der eigenen Wirtschaft gut täte. Es reißen sich alle um Franken als Hort der Sicherheit. In Krisenzeiten würde sich das noch verschlimmern, da dann traditionell der Franken als Safe Haven anzieht. Also die Logik: Jetzt Franken verteilen, wenn sie eh jeder haben will und dadurch Werte im Ausland kaufen (was soll man auch sonst machen?) und im Idealfall koppelt man damit die Währung mehr an die Wirtschaften der wichtigsten Handelspartner, so dass die eigene Wirtschaft in Krisenzeiten nicht durch eine steile Aufwertung des Franken ausgebremst wird. Man muss bedenken, der Schweiz ist in einem Umfeld von Weichwährungen gar nicht so viel daran gelegen, die superharte Währung zu haben, da es ja doch eine beträchtliche Exportwirtschaft und Tourismusbranche in dem Land gibt. Das ist also mit dem Kauf von Staatsanleihen in der Eurozone nicht wirklich vergleichbar.  

20.11.19 10:35

57853 Postings, 5676 Tage Anti Lemming# 576 - Die Flucht in den Franken bei

akuten Krisen (speziell Eurokrisen) ist eigentlich "zu kurz gedacht". Denn wenn jemand langfristig zwischen den Mühlsteinen der großen Währungsmanipulateure zerrieben wird, dann ist es die kleine Schweiz.

Insofern ist der immanente Schutz aus # 567 (erster Abatz) im Prinzip gegeben. Das haben die "In-den-Franken-Flüchter" allerdings noch nicht begriffen.  

20.11.19 11:59
1

4058 Postings, 4021 Tage DreiklangCHF kann nicht unter ? Parität fallen

Das wahrscheinlichste Szenario ist: Bei einer weiteren Zuspitzung der Eurokrise fällt der Franken unter die Euro-Parität, und das heißt für die SNB: Land unter. Sie wird das mMn NICHT aussitzen können, weil internationale Akteure Handlungen verlangen werden. (#567, A.L.)

EURCHF steht derzeit bei 1,097. D.h. der Franken "ist schon unter ?-Parität"  - allerdings war er auch noch nie drüber.  Zu  erwarten ist vielmehr, dass der ?  bei weiterer NIRP-Politik der EZB unter die Parität fällt. Welche "Handlungen" erwarten  die internationalen CHF-Halter dann von der SNB?  Dass die SNB ihnen empfiehlt,  ihre CHF-Positionen aufzulösen und ihre Kursgewinne mitzunehmen?  Das machen die CHF-Halter schon selbst. Ein CHF über Pari sieht für die Bilanz der SNB nicht gut  aus - aber ein (noch) stärkerer Franken ist schlecht für die Exportwirtschaft der Schweiz - das ist das eigentliche Problem.

Ein "Fall" des Franken (ich weiß nicht, ob das im zitierten Post tatsächlich so gemeint war) würde die Exportwirtschaft der Schweiz entlasten und die Bilanz der SNB erfreulich verbessern. Die SNB  kann zugleich darauf verweisen, dass die von ihr ausgereichte Liquidität mit Aktien ,  Anleihen und Fremdwährungen hinterlegt ist. Der CHF ist von daher "gedeckt". Wie eine Goldwährung.  Auch hier brennt also für die SNB nichts an.

Aus diesem Grund werden wir ein Szenario :

in der Hand - zumindest theoretisch: Wenn wegen sinkender Glaubwürdigkeit der SNB der Franken im Kurs fällt, kommt sie (da sie bei ihren Marktmanipulationen short Franken ist) sozusagen von allein wieder in den grünen Bereich. (A.L.)

nicht erleben; eher dankt der Euro ab. Da das  Anleihen-Portfolio  der SNB kaum italienische Anleihen enthalten dürfte, dafür umso mehr BUNDS und UST -  wird die Bilanz der SNB das auch überstehen.

Das Kapital der Schweiz  ist die leistungsfähige Exportwirtschaft plus rationale Zentralbankpolitik. Genau die gleichen Vorteile hätte Deutschland auch (inzwischen mehr theoretisch als praktisch) - aber eben nicht mit dem Euro.

 

20.11.19 14:22

57853 Postings, 5676 Tage Anti LemmingDef. "Parität" und "unter Parität"

Parität ist einfach definiert. Wenn z. B. 1 Euro = 1 Dollar ist, dann handelt es sich um Parität.  Ebenso wenn 1 Franken = 1 Euro ist.

Bei der Formulierung "unter Parität" ist wichtig, welche der beiden Währungen als Bezugspunkt gewählt wird.

So ist bei EUR/USD = 0,95

a) der Euro unter Parität zum Dollar gefallen.

und

b) der Dollar über Parität zum Euro gestiegen.

Bei EUR/USD = 1,05 ist es umgekehrt.


Gleiches gilt für EUR/CHF

Beim jetzigen Kurs von 1,097 notiert der Euro über Parität
und der Franken unter Parität.

Beim Kurs EUR/CHF = 0,90 wäre der Euro unter die Parität gefallen und der Franken über die Parität gestiegen.

Ich hätte in # 578 daher korrekt schreiben müssen (und das war natürlich auch so "gedacht"):

Das wahrscheinlichste Szenario ist: Bei einer weiteren Zuspitzung der Eurokrise fällt der Euro unter die Franken-Parität, und das heißt für die SNB: Land unter. Sie wird das mMn NICHT aussitzen können, weil internationale Akteure Handlungen verlangen werden.

Kurzum: Dreiklang Einwand war korrekt (hinsichtlich dieser Formulierung).

---------------------------------------------

Falsch ist allerdings Dreiklangs Anmerkung:
.
der Franken "ist schon unter ?-Parität"  - allerdings war er auch noch nie drüber.

Gegenbeweis:

Anfang 2015 notierte der Franken kurzzeitig über der Euro-Parität (und mithin der Euro unter der Franken-Parität - siehe auch Chart unten.

Als die SNB Anfang 2015 überraschend die 1,20-Stützschwelle für EUR/CHF aufgab, weil sie diese nicht mehr halten konnte, folgte ein Senkrecht-Absturz von EUR/CHF auf 0,84 (= Franken ÜBER Euro-Parität) - der allerdings nur wenige Stunden anhielt. Das reichte allerdings, um bei zig Devisentradern Milliarden-Liquidationen freizusetzen und sogar einige Broker in den Bankrott zu treiben.

--------------------------

https://www.welt.de/finanzen/article136398465/...en-aller-Zeiten.html

(2015)

Es ist ein Erdbeben - und der größte Absturz in der Geschichte der Gemeinschaftswährung. Die Schweizer Notenbank (SNB) gibt den vor mehr als drei Jahren eingeführten Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken auf....

An den Devisenmärkten kam es zu panikartigen Szenen. Der Euro stürzte zum Franken in der Spitze um fast 30 Prozent ab.* Das war der größte Verlust seit Freigabe der Wechselkurse im Jahr 1971.

----------------------------

A.L.: 1,20 minus 30 % = 0,84 = Euro unter Franken-Parität
 
Angehängte Grafik:
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hc_2526.jpg

20.11.19 14:28

57853 Postings, 5676 Tage Anti LemmingGedanklich

kommt es bei "steigt" und "fällt" gelegentlich zu Unklarheiten bzw. Verwechslungen, weil immer von EUR/CHF die Rede ist.

Wenn EUR/CHF steigt, fällt der Franken.

Wenn EUR/CHF fällt, steigt der Franken.

Anfang 2015 ist der Franken stark GESTIEGEN, und zwar deutlich über die Parität zum Euro (siehe letzter Chart).  

20.11.19 15:05

12237 Postings, 4500 Tage wawiduBemerkenswert

Die vier negativen Spitzenreiter im SPX waren gestern klassische Einzelhandelsketten:
Kohls (KSS - minus 19,5 %), Macy´s (M - minus 10,8 %), Nordstrom (JWN - minus 6 %) und Home Depot (HD - minus 5,5 %).  
Angehängte Grafik:
kss_20jd.png (verkleinert auf 60%) vergrößern
kss_20jd.png

20.11.19 17:37

12237 Postings, 4500 Tage wawidu"Beauty" nicht mehr so gefragt

Ulta Beauty Inc. ist im NDX und SPX gelistet und einer der größten Retailer für Kosmetikprodukte.
https://en.wikipedia.org/wiki/Ulta_Beauty

Deren Aktie läuft in der zweiten Jahreshälfte nicht mehr so recht. In den beiden ersten Quartalen 2019 gab es noch massive Aktienrückkäufe (höher als die Nettogewinne!). (Quelle: finance.yahoo)  
Angehängte Grafik:
ulta_15j.png (verkleinert auf 60%) vergrößern
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