Nach der Kaufpanik ist vor der Kaufpanik

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eröffnet am: 18.05.09 14:06 von: Libuda Anzahl Beiträge: 4275
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44920 Postings, 4769 Tage LibudaNach der Kaufpanik ist vor der Kaufpanik

 
  
    
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18.05.09 14:06
Guter Artikel:

"Der flotte Spruch beschreibt recht treffend das Geschehen an den Finanzmärkten in den letzten Wochen. Der Markt will einfach nicht ?richtig? korrigieren. Bis auf ein, zwei schwache Tage und schon geht es munter weiter. Hinter den Kulissen der Indizes findet sehr wohl eine Konsolidierung statt. In einer wahnsinnig schnellen Branchenrotation gibt es auf der einen Seite Ausbrüche, während andere Branchen solide korrigieren. In der Summe der Indizes geht diese differenzierte Entwicklung leider unter.



Der Markt tut wieder einmal nicht das, was die meisten von ihm erwarten. Und was erwarten ?die meisten?? Neben den bekannten Indikatoren bieten Schlagzeilen einen Hinweis. Dazu zitierte ich in der letzten Ausgabe der Investment Ideen willkürlich einige Schlagzeilen (Auszug):

Die ?Vermögensprofis trauen der Aktien-Rallye nicht? titelt Welt Online in ihrer Ausgabe vom 8. Mai 2009. ??erfahrene Vermögensverwalter sind skeptisch: Die Rallye könnte schon bald ein jähes Ende haben? fährt der Verfasser fort.

Auch das Handelsblatt fragt sich in der Onlineausgabe vom 9. Mai: ?Dax-Ausblick: Rally ? wie lange noch?? Darin heißt es weiter ??Marktbeobachter bleiben vorsichtig und warnen vor Rückschlägen. Denn eine solche Entwicklung gab es schon einmal.?

Bei Spiegel Online warnen Experten gleich vor dem nächsten Crash: ?Jetzt drängen Großinvestoren mit Macht zurück in den Markt, aus Angst, den Boom zu verpassen. Experten halten die Hausse allerdings für einen Zwischenspurt - und warnen vor dem nächsten Crash.? (Quelle: Spiegel Online vom 9. Mai 2009).

Wohin man auch schaut, der Pessimismus hat Hochkonjunktur. Stimmungsindikatoren bestätigen das negative Sentiment. Positive Nachrichten und Anzeichen einer Stabilisierung der Weltwirtschaft finden kaum Gehör. Bei so viel Pessimismus ist es kein Wunder, das die Börsen bisher nicht "richtig" korrigieren wollen. Man muss kein Hellseher sein, dass die gleichen Schwarzseher ihre ?Prophezeiungen? unter dem Druck des Marktes um 180 Grad drehen oder anpassen werden, wenn die Börsen weiter steigen.

Bekanntlich haben jene Experten immer Recht, zumindest im Nachhinein. Schade nur, dass selbst einige der klügsten Wirtschaftwissenschaftler das Debakel der Finanzkrise nicht in vollem Umfang haben kommen sehen oder zumindest davor gewarnt haben. Meine Hochachtung gilt denjenigen Konjunkturforschern, die öffentlich zugeben, dass Sie davon überrascht wurden. Die Wirklichkeit ist zu komplex, um sich mit idealisierten Modellen 100prozentig einfangen zu lassen. Die Geschichte der Finanzmärkte ist voll von Beispielen, wo Elfenbeintürme einstürzten. Etwas mehr Bescheidenheit bei unseren Prognosefähigkeiten stünde uns allen gut. Die aktuelle Krise dürfte wie so viele vorher bald in Vergessenheit geraten und die Gläubigkeit an unfehlbare Modelle zur Risikosteuerung sowie die Beherrschbarkeit des Marktes wieder die Oberhand gewinnen ? bis zum nächsten Debakel.

Warum richtet man sein Handeln nicht an dem tatsächlichen Verhalten des Marktes aus, zumindest wenn man als Händler Geld verdienen möchte? Vielleicht weil der Mensch es nicht wahrhaben will, mit der Unsicherheit zu leben? Nur so lässt sich die Prognosesucht und Gottgläubigkeit an selbsternannte Gurus erklären. Neurologen begründen solche Verhaltensweisen mit Dopamin und anderen Wirkstoffen in unserem Körper. Eine weitere Erklärung könnten die in unserer 10.000jährigen Geschichte antrainierten menschlichen Verhaltensweisen sein, die zwar einem Neandertaler im Überlebenskampf halfen, aber in der Börsenwelt des 21. Jahrhundert zu kostspieligen Fehlentscheidungen führen. Keine Frage, Prognosen sind durchaus hilfreich, um bestimmte Chance- / Risikoverhältnisse einschätzen zu können, aber man sollte realistisch bleiben: Es bleibt eine Betrachtung von Wahrscheinlichkeiten. Keiner kennt die Zukunft. "  
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This finding is one of the few bullish signs from the market that investors have seen since volatility in equity markets began in August of last year. We want to caution that both Tobin?s Q and the cyclically-adjusted S&P 500 price-to-earnings ratio are not reliable real time indicators. Rather, they tend to be better long-term indicators about the overall valuation of U.S. equity markets.

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http://www.wallstreet-online.de/nachricht/...gebnis-gezielten-politik  

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hier um die realen Zinsen handelt, was Buffet vermutlich auch so gemeint hat.

"Warren Buffett hatte zuletzt im Interview mit dem CNCB deutlich gemacht, dass die Bewertung nicht nur auf Basis der Gewinne Betrachtung finden sollte, sondern auch im Vergleich zu dem aktuellen Zinsumfeld. Höhere Preise für Aktien lassen sich in einem Niedrigzinsumfeld rechtfertigen. Erst wenn die Renditen für 10-jährige Anleihen bei 5-6 % liegen, dürften tiefere Preise für Aktien wieder Sinn machen."

http://www.ariva.de/news/...er-star-investor-positiv-gestimmt-6519683
 

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09.10.17 14:07
2007 bis 2016, für die das Shiller-PE berechnet wurde, enthielt nun einmal einige furchtbare Gewinnjahre.

Daher eine Frage: Wo läge es ohne die Abschreibungen, die allein im Finanzbereich vorgenommen werden mussten?

Valuations are, of course, the trillion-dollar question. By some measures, this is the most overvalued market since the dot-com bubble and 1929 at around 31.11 times earnings. That gauge is based on The Shiller PE, a popular measure of equity values based on inflation-adjusted earnings from the previous 10 years that was devised by Nobel laureate Robert Shiller. Current levels are twice historical averages, and S&P 500 P/Es are 25.42, compared with a historical average of 15.68.

http://www.marketwatch.com/story/...0-07?siteid=yhoof2&yptr=yahoo

Und noch eine wetiere Frage zum Schluss: Wo lägen wir, wenn Amazon, Facebook und Google herausgerechnet würden?
 

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09.12.17 17:23
drauf:

https://finance.yahoo.com/news/...erica-gop-tax-reform-162800286.html

Unter 1,08 bis 1,10 werden wir aber meines Erachtens trotzdem kaum landen, weil der momentane Kurs nahe an den Kaufkraftparitäten liegt.  

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12.01.18 22:50
https://www.marketwatch.com/story/...-10?siteid=yhoof2&yptr=yahoo

Kurz- und mittelfristig stimme ich dem zu, so auch den bei den Gewinnschätzungen in dieseb Sichten. Langfristig gesehen eskomptieren aber die Märkte vielleicht schon die steigende Gefahr von Haushaltsdefiziten und die Zunahme möglicher Konflikte durch eine Zunahme der Ungleichverteilung in einer Gesellschaft, in der Demokartie durch Plutokratie ersetzt wird.  

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